Der Charakter von Holz
Ein Blick in die Schreinerei zeigt gleich: Wir haben das Werkzeug, wir haben die Maschinen — und natürlich as Wichtigste, wir ham as Holz. Doch was wir mit dem Werkstoff optisch alles machen können, des zeigen wir euch in diesem Beitrag — Mosaik, Schnitzerei und Intarsie.

Furnier auf Sperrholz
Klingt erst mal unspektakulär — ist aber volle Absicht: Das Gehäuse einer Harmonika soll gerade nicht mitschwingen. Den Ton machen die Stimmzungen, nicht der Korpus. Würde das Holz arbeiten und schwingen, ginge das auf Kosten von Maßhaltigkeit und Stimmung. Darum bauen wir das Gehäuse aus mehrlagigem Sperrholz und belegen es mit ausgesuchtem Furnier — formstabil über alle Jahreszeiten, und an der Oberfläche trotzdem mit der ganzen Schönheit von Nussbaum, Kirsche, Eukalyptus, Ahorn mit Kern, Apfel oder Lärche.
Die eine Ausnahme: Wo wir Ornamente in die Tiefe schnitzen, brauchen wir Material zum Wegnehmen — dort, und nur dort, bauen wir vollmassiv. Mehr dazu gleich.

Mosaikeinlagen
Hunderte winziger Holzplättchen — unterschiedliche Arten, unterschiedliche Farben — werden zu einem Band gefügt und in den Korpus eingelassen. Jedes Steinchen ist einzeln zugeschnitten und passgenau verleimt, bis das Muster ohne Fuge in der Oberfläche liegt.
Am häufigsten führen wir das Mosaik als Randeinlage aus — ein schmales Band, das als Bordüre rund um den Korpus läuft und die Kanten einfasst. Das gibt dem Gehäuse eine ruhige, durchlaufende Linie, vom dezenten Ton-in-Ton bis zum kräftigen Kontrast.
Die Mosaikeinlage ist reine Handarbeit unserer Schreinerei und macht aus zwei identischen Modellen zwei Unikate.

Ornamentschnitzereien
Hier — und nur hier — bauen wir aus dem Vollen: In ein Furnier ließe sich keine Tiefe schneiden, also bekommt das geschnitzte Modell ein vollmassives Gehäuse. Darauf schneiden wir Ornamente direkt ins Holz — Ranken, Edelweiß, alpine Motive. Mit dem Stechbeitel, von Hand, in mehreren Tiefen. Licht und Schatten machen das Relief lebendig; keine zwei Schnitzereien sind exakt gleich.

Intarsien
Bei der Intarsie wird das Motiv nicht aufgesetzt, sondern in die Oberfläche eingelegt: Aus verschiedenfarbigen Hölzern geschnittene Formen ersetzen exakt ausgesparte Stellen im Korpus, bündig und übergangslos. Entlang der Gehäusekanten entstehen so feine Linien, Bordüren und ganze Bildmotive.
Mosaik, Schnitzerei, Intarsie — im Manufaktur-Archiv seht ihr, wie diese Techniken an echten Instrumenten zusammenkommen.
